Veröffentlicht in Ernährung

Don’ts in der Hundeernährung!

eine immer wiederkehrende Fragestellung unter uns Frauchen und Herrchen ist: „Welche Lebensmittel bzw. Inhaltsstoffe sind für meinen Hund gefährlich und ab welcher Menge wird es lebensbedrohlich?“ Dieser Frage gehe ich in meinem folgenden Beitrag nach und beleuchte für Euch die TOP 10 der Don’ts in der Hundeernährung. Na neugierig?

Da ich Elvis Nahrung eine lange Zeit selbst zubereitet habe, war es für mich ganz wichtig herauszufinden, welche Lebensmittel ich mit guten Gewissen füttern kann und welche nicht. Gerne möchte ich Euch daran teilhaben lassen und stelle nun vor, auf was Ihr achten müsst.

1.) Inhaltsstoff „Allypropyldisulfid“
Dieser Inhaltsstoff kommt in der Zwiebel vor und greift die Zellwände der roten Blutkörperchen an, so dass eine Blutarmut verursacht werden kann. Giftig sind Zwiebeln bei einer Menge ab 5g pro kg Körpermasse pro Tag.onion-bulbs-84722_19202.) Inhaltsstoff „Theobromin“
Theobromin ist in der Kakaobohne enthalten. Hunde können diesen Stoff nur sehr langsam abbauen im Vergleich zu uns Menschen. Würde man größere Mengen an Schokolade dauerhaft an seine Fellnase verfüttern, so würde die Anhäufung des Inhaltsstoff zu einer Vergiftung führen. Auch bei einer einmaligen Aufnahme von Schokolade in großer Menge, ist eine Vergiftung nicht auszuschließen. Die Dosis von 90 bis 250 mg pro Kilogramm Körpermasse kann für empfindliche Hunde bereits tödlich sein.  Deshalb immer gut darauf achten, dass ihr die Schokolade schnell wieder weg packt, nachdem ihr versorgt seid!

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3.) Inhaltsstoff „Trypsinhemmstoffe“
Diese Stoffe kommen vor allem in rohen Eiklar, Sojabohnen und anderen Hülsenfrüchten vor. Sie beeinflussen die Proteinverdauung, was in den meisten Fällen zu Durchfall führt. Des Weiteren ist in rohem Eiklar Avidin enthalten, welches zu einem sekundären Biotinmangel führen kann, da Avidin Biotin bindet. Deshalb immer bei der Fütterung von Ei beachten: roh –> nur Eigelb; gekocht –> beides möglich!

 

4.) Inhaltsstoff „blausäurehaltige Glykoside“
Man findet diesen Inhaltsstoff in Mandelkernen, Leinsamen, aber auch in Kernen anderer Früchte wie z.B. der Aprikose oder des Pfirsichs. Die darin enthaltene Blausäure ist ein sehr starkes, schnell wirkendes Gift, welches die Zellatmung blockiert. Auftrende Symptome sind z.B. Atemnot oder Reizung der Schleimhäute im Atmungs-und Verdauungstrakt, Speicheln, Erbrechen, Durchfall, Fieber, Krämpfe bis hin zum Tod.


5.) Inhaltsstoff „thiaminabbauende Substanzen“
Thiamin steht für Vitamin B1. Es gibt Tiere, die Thiamin abbauende Substanzen enthalten, wie z.B. Süßwasserfische. Deshalb ist es äußert wichtig, Süßwasserfische vor der Verfütterung zu dünsten bzw. anzubraten. Ein weiterer Aspekt, weshalb das Verfüttern roher Fische vermieden werden soll ist, dass dies zu Ausfällen im zentralen Nervensystem und zu Verhaltensstörungen führen kann.

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6.) Inhaltsstoff „Solanin“
Solanin ist in der rohen Kartoffel vorhanden. Nimmt der Hund Solanin mit der Fütterung auf, so kann es zu Reizung der Schleimhäute, Erbrechen, Durchfall, Leberschäden, Allergie, Zerstörung der roten Blutkörperchen und zentralnervösen Symptomen kommen. Deshalb muss die Kartoffel vor der Verfütterung immer gekocht werden. Zu den gleichen Symptomen führt auch die Verfütterung roher Hülsenfrüchte. Auch diese müssen im Vorfeld erhitzt/gekocht werden.

7.) „Aujeszky-Virus“
Bei der Verfütterung von rohem Schweinfleisch besteht die Gefahr, dass dieses den für Menschen ungefährlichen Aujeszky-Virus enthält. Für den Hund kann die Aufnahme des Virus tödlich enden. Aus diesem Grund muss Schweinfleisch bei mind. 60 Grad erhitzt werden vor der Verfütterung – dadurch wird der Virus abgetötet. meat-415586.jpg

8.) Inhaltsstoff der „Weintraube“ und „Rosinen“
Welcher Inhaltsstoff es genau ist, konnte bislang noch nicht erforscht werden. Jedoch führt die Verfütterung von Weintrauben beim Hund zu Magenkrämpfen, Durchfall und Erbrechen. Sogar ein Nierenversagen ist möglich. Des Weiteren erhöht sich der Calciumgehalt im Blut. Eine toxische Dosis liegt bei ca. 11 g Trauben pro kg Körpermasse.
Genauso verhält es sich bei der Verfütterung von Rosinen. Auch diese haben in der Hundeernährung nichts verloren!

 

9.) Inhaltsstoff „Stachyose“ und „Raffinose“
Diese beiden Stoffe sind in den unverdaulichen Oligosaccariden vorhanden, welche vor allem in Kohlarten vorkommen. Diese werden im Darm bakteriell vergoren, welches zur Folge Blähungen auslöst. Sofern größere Mengen an Kohl aufgenommen wurden, kann es darüberhinaus auch zu Bauchkrämpfen führen. Ebenso erhöht Kohl die Wahrscheinlichkeit einer Magendrehung.

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10.) Inhaltsstoff „Persin“
Dieser toxische Inhaltsstoff ist in der Avocado enthalten. In der Hundeernährung ein absolutes No-Go. Bei der Aufnahme kann es zu tödlichen Herzmuskelschäden führen. Weitere Symptome sind z.B. Husten, Atemnot, Verdauungsstörungen oder generelle Schwächen und Unruhe.

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Also bitte immer darauf achten was in den Napf kommt bzw. Eure Fellnase aufnimmt. Nicht alles was für uns Menschen gut und gesund ist, ist automatisch auch für unseren Hund gut. Ebenso bezieht sich die Auflistung der Don’ts nur auf einen Auszug an gefährlichen Lebensmittel – es gibt durchaus noch weitere, die in der Hundeernährung nichts verloren haben.

Gott sei Dank hatte ich mit Elvis noch nicht die Situation, dass er heimlich etwas aufgenommen hat, was schädlich für ihn ist oder ich versehentlich etwas gefüttert habe. Wie ist das bei Euch? Habt ihr schonmal Erfahrungen mit bestimmten Lebensmitteln gemacht, die Euer Hund aufgenommen hat? Und wie habt ihr in diesem Fall reagiert?

Wir sind über alle Tipps und Hilfestellungen dankbar 🙂

Herzliche Grüße
Frauchen & Liebling
Bildquellen: https://pixabay.com/

 

Autor:

Ich bin Kristin, 28 Jahre alt und habe einen kleinen Havaneserrüden namens Elvis. Beruflich arbeite ich als Projektmanagerin in der Forschung. In meiner Freizeit dreht sich alles um den Vierbeiner, wie ihr hier auf unserem Blog nachlesen könnt :-)

2 Kommentare zu „Don’ts in der Hundeernährung!

  1. Hallo Kristin, vielen Dank für den sehr informativen und gut geschriebenen Beitrag! Du hast das echt gut dargestellt und zusammengefasst. Auch wenn ich manches schon wusste, habe ich auch wieder etwas gelernt.
    Viele Grüße Anni

    Gefällt mir

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