Veröffentlicht in Ernährung, Gesundheit

Fütterungstipps für mäkelige Fresser

Es gibt die einen, die sind nicht mehr zu bremsen, wenn es etwas zu futtern gibt. Da steht der Napf noch nicht richtig, schon ist er wieder leer. Und da gibt es noch die anderen, die Frauchen und Herrchen fast zum Verzweifeln bringen. Was tut man nicht alles, damit der Wauzi endlich frisst. Ich spreche aus Erfahrung, denn Mr. Feinschmecker Elvis, war die ersten 1,5 Jahre ein ganz anderer Hund, als er heute ist.

Wenn ich an die Zeit zurückdenke, dann bin ich heilfroh, dass es heute das Gegenteil ist. Was habe ich alles ausprobiert. Das ich ihm nicht noch etwas vorgetanzt und einen Handstand gemacht habe, damit er endlich frisst, ist aber auch gerade alles. Dafür habe ich ihm den Napf hinterher getragen, ihn mit dem Löffel gefüttert und es an einem Tag sogar geschafft, 3 unterschiedliche Menüs zu servieren (selbstzubereitet!), für die er sich nicht die Bohne interessiert hat.

Nicht selten habe ich mich zum Affen gemacht und so getan, als würde ich ihm sein Futter wegfressen (natürlich nur so getan :D), mit der Intention, es könnte ein Futterneid entstehen und er kommt direkt zu seinem Napf gerannt. Pustekuchen! Ich war wirklich kurz vor dem Verzweifeln. Da Elvis während der Arbeit, bei meiner Mutter ist, bestand unser What’s App Chat eigentlich nur daraus, uns gegenseitig mitzuteilen, ob er gefressen hat oder nicht. Und wenn ja, dann gab es natürlich ein Bild vom leeren Napf. Total bescheuert! Aber so ist es nun mal, wenn das Hundekind nicht frisst.

Natürlich kann es sehr viele unterschiedliche Ursachen haben, wenn ein Hund sein Futter verweigert. Auf diese möchte ich jetzt nicht eingehen, da jeder einzelne Fall gesondert betrachtet und untersucht werden muss. Viel lieber möchte ich Euch aus meiner Erfahrung ein paar Tipps mit auf den Weg geben, wie ihr das Futter für Euren Liebling wirklich (obigen Beschreibung außenvor gelassen :D) interessanter machen könnt. Bei uns war es so, dass Elvis seine „verschiedenen Futterarten“ aufgrund seiner Magen-Darm-Probleme nicht wollte und wir haben so ziemlich alles ausprobiert, was wir bereits in mehreren Berichten zusammengefasst haben. Letzendlich haben wir nach 1,5 Jahren erst das richtige Futter für Elvis gefunden, welches er jetzt seit 1 Jahr zu sich nimmt und seither topfit ist und keinerlei Probleme mehr hat. Bevor es mit den Tipps für mäkelige Fresser weitergeht, noch kurz ein Merksatz zum Thema „Was ist das richtige Futter für meinen Hund“, den ich mir bei meiner Ausbildung als Ernährungsberaterin für Hunde eingeprägt habe:

„Das richtige Futter ist das Futter, welches ein Tier auf Dauer mit Appetit frisst, dabei gut geformten Kot in nicht zu großer Menge absetzt, wenige Gase bilde und neben Energie und Lebensfreude eine gute Haut-und-Haarqualität zeigt.“

Ist dem nicht so, hat man das richtige Futter auch noch nicht gefunden. Deshalb bin ich kein Fan davon, pauschal etwas zu empfehlen, dass für alle gilt. Der eine kommt mit barfen gut zurecht, wohin gegen der andere vielleicht selbstkocht oder ein Nassfutter besser verträgt.

Ist Dein Liebling ein etwas mäkeliger Fresser und hat einen empfindlichen Magen-Darm-Trakt, so empfiehlt es sich:

1.) Das Futter in mehreren kleinen Portionen zu verabreichen
Dies hat den Vorteil, dass die Magensäure den Futterbrei schneller durchdringen kann, wodurch das Risiko einer Fehlgärung – und damit der Gasbilduung im Magen – vermindert wird.

2.) Erwärmen oder Übergießen mit warmem Wasser erhöht die Akzeptanz des Futters
Durch das Erwärmen oder übergießen mit warmem Wasser bzw. Fleischbrühe oder etwas warmer Milch, kann die Akzeptanz des Futters erhöht werden. Des weiteren kann es auch helfen, einen Löffel körnigen Frischkäse unterzumischen (Zimmertemperatur!). Wir das Futter trotzdem weiterhin verweigert und es bestehen keinerlei gesundheitliche Gründe, so sollte ein Futterwechsel in Betracht gezogen werden.

3.) Abwechslung statt Langeweile
Bei der Selbstzubereitung von Futter steht Abwechslung sowieso auf der Tagesordnung. Doch auch, wenn man ein gut verträgliches Nassfutter gefunden hat, sollte man darauf achten, dies nicht immer in der gleichen Sorte zu füttern. Bei einem etwas empfindlicheren Magen, kann man die Sorte z.B. alle 14 Tage wechseln. So mache ich es bei Elvis auch. Mittlerweile hat er sich schon durch das ganze Portfolio von Paneon gefuttert. Bis auf eine Sorte, bei der ich weiß, dass er sie nicht so gut verträgt. So wird es nie langweilig und er freut sich immer wieder, wenn es etwas Neues gibt 🙂

Abschließend noch ein paar generelle Punkte, die bei der Fütterung beachtet werden sollten:
–> Regelmäßige Fütterungszeiten und ein festes Ritual sind von Vorteil, da sich das Verdauungssystem schon während der Zubereitung der Mahlzeit auf die Nahrungsaufnahme vorbereitet (Speichelfluss, Sekretion von Verdauungsenzymen).
–> Sinnvoll ist es auch, die gleichen Zeiten zu wählen, in denen das restliche Zweibeiner-Rudel ebenfalls zu Abend isst. So fühlt sich unser Vierbeiner als fester Bestandteil des Rudels und wird nicht ausgeschlossen.
–> Man sollte seinen Hund nicht unmittelbar nach einer besonderen Belastung oder Stress füttern und auch nach der Fütterung eine Ruhephase von ca. 3 Stunden berücksichtigen.
–> Ein zu häufiger Futterwechsel sollte vermieden werden. Ist es doch notwendig, so sollte das Futter langsam über einen Zeitraum von 3-10 Tagen – abhängig davon wie empfindlich mein Hund ist und wie stark sich das Futter unterscheidet – umgestellt werden.
–> Der Wasserbedarf eines Hundes hängt natürlich neben der Umgebungstemperatur und der Aktivität, auch mit dem Feuchtigkeitsgehalt des Futters zusammen. Bei einem Nassfutter wird bereits der Großteil des täglichen Flüssigkeitsbedarf über die Nahrung gedeckt, wohingegen bei Trockenfutter und sehr salzhaltigen Rationen, der Wasserbedarf entsprechend hoch ist. Hunde nehmen in den ersten 3-4 Stunden nach der Fütterung den größten Teil des benötigten Wassers zu sich.

Wie sieht es denn bei Euch aus? Habt ihr einen eher mäkeligen Fresser zu Hause oder einen kleinen „Allesfresser“? 😉 Welche Tipps habt ihr noch für uns? Wir sind gespannt!

Herzliche Grüße
Frauchen & Liebling

 

Autor:

Ich bin Kristin, 28 Jahre alt und habe einen kleinen Havaneserrüden namens Elvis. Beruflich arbeite ich als Projektmanagerin in der Forschung. In meiner Freizeit dreht sich alles um den Vierbeiner, wie ihr hier auf unserem Blog nachlesen könnt :-)

4 Kommentare zu „Fütterungstipps für mäkelige Fresser

  1. Hallihallo 🙂
    Also unsere hat beim Barfen furchtbar gemäkelt, irgendwann hat selbst Knochenbrühe nichts mehr gebracht…wir haben jetzt ein gutes Nassfutter welches sie liebt und sich draufstürzt. Allerdings kann ich das mit den regelmäßigen Fütterungszeiten so gar nicht unterschreiben. Je regelmäßiger ich füttere, desto mehr Galle spuckt sie. So kenne ich es, von den meisten Hunden.

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    1. Hallo Alex, vielen Dank für deine Nachricht. Barfen ist nicht für jeden das geeignete Ernährungskonzept. Wir selbst füttern auch ein hochwertiges Nassfutter, da Elvis barf einfach nicht verträgt. Bzgl den Fütterungszeiten: Bei uns klappt es sehr gut, immer zu sehr ähnlichen Zeiten zu füttern. Elvis verlangt das auch regelrecht und steht immer schon in der Küche parat. Wir füttern ihn, wenn wir selbst auch Essen. Das klappt bei uns super 😊 Da reagiert eben jeder unterschiedlich. 😉

      Herzliche Grüße
      Kristin

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  2. Hallo Kristin,
    wir haben einen ein Jahr alten Malteserrüden zu Hause, den wir vor ca. drei Monaten von einer Familie übernommen haben und was das Füttern betrifft, ist, als würdest du mich beschreiben. Wir haben bereits einige Sorgen an Hundefutter ausprobiert und ich habe auch selbst gekocht. Er findet es max. zwei Tage gut und dann ist es uninteressant für ihn.
    Inzwischen bin ich etwas ratlos, da ich mir natürlich wünsche dass unser Hund ein gesundes und normales Fressverhalten hat. Hast du eventuell noch mehr Tipps?

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo liebe Christina, uns ging es anfangs ähnlich mit Elvis. Wir haben sehr lange gebraucht, bis wir das passende Futter für ihn gefunden haben. Seit einem Jahr frisst Elvis Paneon Natur Menue und ist seither wieder kerngesund. Er liebt es und geht jeden Tag gerne zum Napf. Einige meiner Leser haben ebenfalls tolle Erfolge damit. Vielleicht ist es auch das richtige für Euren Liebling?
      Herzliche Grüße
      Kristin

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